Abfindung

Was ist eine Abfindung?

Eine Abfindung im Arbeitsrecht ist eine einmalige Geldzahlung des Arbeitsgebers an den Arbeitnehmer. Anlass ist die Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Das Geld wird somit als eine Art Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes gezahlt. Kündigt der Arbeitsgeber den Arbeitsnehmer, ist dieser in der Regel nicht zur Zahlung einer Abfindung verpflichtet. Wann ein Abfindungsanspruch entsteht, erfahren Sie im folgenden Abschnitt.

Wer hat einen Anspruch auf eine Abfindung?

Die Frage, ob Sie einen Abfindungsanspruch haben, lässt sich nicht pauschal beantworten.

Zunächst kann ein Anspruch auf eine Abfindung aus dem schriftlichen Arbeitsvertrag bestehen. Wenn aus diesem Arbeitsvertrag kein Abfindungsanspruch besteht, kann dieser jedoch aufgrund eines Tarifvertrages vorliegen.

Schließlich kann ein Anspruch auf eine Abfindung bestehen, wenn der Arbeitgeber den Arbeitsnehmer aus dringenden betrieblichen Erfordernissen kündigt. Der Anspruch setzt den Hinweis des Arbeitgebers in der Kündigungserklärung voraus, dass die Kündigung auf dringende betriebliche Erfordernisse gestützt ist und der Arbeitnehmer bei Verstreichenlassen der Klagefrist die Abfindung beanspruchen kann (§ 1a KSchG).

Berechnung der Abfindungshöhe

In der Regel wird pro Beschäftigungsjahr ein halbes Monatsgehalt gezahlt, wobei ab sechs Monaten Betriebszugehörigkeit aufgerundet wird. Die maximale Abfindungshöhe liegt bei einem Jahresgehalt (brutto). Hat der Arbeitsnehmer das fünfzigste Lebensjahr vollendet und bestand das Arbeitsverhältnis länger als 15 Jahren, erhöht sich der Betrag bis auf 15 Monatsgehälter. Hat er das 55. Lebensjahr vollendet und bestand das Arbeitsverhältnis länger als 20 Jahre, erhöht sich der Betrag auf 18 Monatsgehälter. Zum Monatsgehalt gehört nicht nur das reine Gehalt, sondern auch eventuelle Sachbezüge.

Steuern und Sozialabgaben bei einer Abfindung

Die Abfindung ist sozialabgabenfrei. Das heißt, dass keine Abgaben in die Arbeitslosen-, Renten-, Kranken oder Pflegeversicherungen gezahlt werden. Somit bleibt mehr vom Bruttolohn. Die Abfindung wird aber versteuert.

Steuerlich wirkt sich die Abfindung wie normales Einkommen aus und muss im Ganzen versteuert werden. Daher kann der Erhalt einer Abfindung dazu führen, dass sich das versteuernde Einkommen dermaßen erhöht, so dass sich auch der Steuersatz erhöht. Durch die sogenannte Fünftelregelung lässt sich diese außerordentliche Einmalzahlung steuerrechtlich begünstigen (§ 34 EStG). Das bedeutet, dass die Abfindung voll zu versteuern ist, für den Steuersatz aber lediglich ein Fünftel der Summe herangezogen wird.

Beispiel zur Fünftelregelung bei der Abfindung

Arbeitnehmer A hat in Jahr 24.000 € verdient. Sein Steuersatz liegt bei 17 %. Jetzt erhält er eine Abfindung in Höhe von 12.000 €. Somit hat er ein Einkommen von 36.000 € was einem Steuersatz von 23 Prozent entspricht.

Durch die Fünftelregelung wird die Abfindung nur zu einem Fünftel angerechnet, so als hätte er nur 26.400 € verdient, mithin einen Steuersatz von 19 Prozent. Somit muss er zwar 36.000 € versteuern, jedoch zu einem Prozentsatz von 19 statt 23 Prozent.

Hintergrund der Fünftelregelung ist, dass die Ansprüche die eine lange Betriebszugehörigkeit über mehrere Jahre als erwirtschaftet werden, aber in einem Jahr ausgezahlt werden. Ohne diese Regelung würde die Zahlung durch die Steuerprogression zu einem Steuernachteil führen, der vom Gesetzgeber nicht gewollt ist.

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